Die Wahl Barack Obamas zum amerikanischen Präsidenten hat die Welt elektrisiert und Millionen von Menschen neue Hoffnung geschenkt.
Dennoch geben einem die messianischen Züge seines Wahlkampfs zu denken. Ab dem Sommer 2008 befand sich Amerika im Obama-Rausch. Weinkrämpfe und Ohnmachtsanfälle wurden alltägliche Begebenheiten auf seinen Wahlkampfveranstaltungen, die zunehmend Erweckungsgottesdiensten glichen.
Besorgnis erregender noch: Viele Journalisten gaben ihre kritische Distanz auf, die ja eigentlich Grundbedingung ihres Berufes ist, und warfen sich in den Begeisterungstaumel.
Wie war das möglich? Welche tiefen Sehnsüchte sprach Obama in den Amerikanern an?
Auf der Suche nach Antworten auf diese Fragen flog ich im Sommer 2009 für mehrere Wochen nach Chicago, der politischen Heimatstadt Obamas, in der er auch heute noch mit seiner Frau ein Haus besitzt.
