Vor genau drei Jahren betrat ich in Berlin das Büro eines Verlegers und unterzeichnete einen Vertrag, der mir im weiteren Verlauf viel Ärger und Kummer bereitete. Das Bauchgefühl, wie man es nennt, hatte mir schon beim Händeschütteln gesagt: Dreh’ dich um, geh’ raus, hier bist du verkehrt, irgendetwas passt hier nicht, da wird nichts Gutes draus.

So kam es denn auch: Es wurde nichts Gutes draus. Als wir uns vor einigen Monaten nach allen möglichen Streitereien endlich wieder trennten, bedeutete das eine grosse Erleichterung - für uns beide, wie ich vermute.

Aber was ist das genau, dieses Bauchgefühl? Woher kommt es? Woraus setzt es sich zusammen? Und: Kann man ihm immer vertrauen oder gibt es Zeiten, zu denen man sich besser nicht auf es verlässt?

Darüber hinaus: Wird die Intelligenz, die jetzt um uns herum entsteht, die unsere Autos, unsere Zivilisation steuern wird - wird diese Intelligenz, die ja eine Intelligenz ohne Bewusstsein ist, auch so etwas wie ein Bauchgefühl entwickeln? Wenn nicht: Warum nicht? Wenn doch: Wäre das nicht etwas, wovor wir uns mehr fürchten müssten als frühere Zeiten vor dem Leibhaftigen?