Als ich in der ersten Klasse war, lauerte mir ein älterer Junge, er war vielleicht acht oder neun Jahr alt, regelmäßig auf dem Nachhauseweg auf, packte mich und warf mich grundlos zu Boden.


Möglicherweise suchte ich ein Ventil für meine ohnmächtige Wut, möglicherweise war ich einfach nur auf den Geschmack gekommen: Jedenfalls begann ich nun meinerseits, einen schwächeren Jungen, der in meine Klasse ging, von hinten anzuspringen. Die Angst in seiner Stimme gefiel mir.


Es sind die Guten, vor denen man sich fürchten muss, die, die nichts von den Abgründen in ihrem eigenen Herzen wissen. Sie werden das Böse nur außerhalb ihrer selbst erkennen und deshalb gegen seine Vernichtung nichts einzuwenden haben.


In seinem außergewöhnlichen Buch War Is A Force That Gives Us Meaning schildert der amerikanische Kriegsreporter Chris Hedges Szenen aus der Hölle. Er war in Sarajewo, er war in Ruanda, er war im Gaza-Streifen. Und immer, so schreibt er, waren es die Visionäre, die Idealisten, die von der eigenen Reinheit Überzeugten, die die schlimmsten Verbrechen begingen.


Noch im Moment, da sie mit dem Bajonett zustoßen, glauben sie, die Welt dem Paradies näher zu bringen.