Ich schrie mir schon die Lungen wund nach deinem heißen Leib
du Weib.


Diese Zeilen, die nicht von Villon stammen, sondern von Paul Zech, der sie im vergangenen Jahrhundert Villon untergejubelt hatte – diese Zeilen versetzen jeden Puritaner in Angst und Schrecken. Da mögen sich die Pornographen ins Fäustchen lachen; doch wenn sie einen Funken Selbsterkenntnis besitzen, werden sie selber blass.

Das heftige, leidenschaftliche, sich bis zum Wahnsinn steigernde Begehren eines anderen Menschen schließt immer dessen ganze Person ein. Während sich die Puritaner vor dem Körper fürchten, fürchten sich die Pornographen vor der Seele.

Beide wollen Liebe ohne Risiko. Der eine die Liebe ohne das Risiko, das das Feuer der körperlichen Nähe mit sich bringt. Der andere ohne das Risiko, das das Feuer der seelischen Nähe mit sich bringt.