Olorgesailie ist eine trockene Senke rund 70 Kilometer südwestlich von Nairobi. In ihr lag in früheren Erdzeitaltern ein See, und am Ufer dieses Sees lebte homo erectus. Über einen Zeitraum von 500.000 Jahren jagten, schliefen und starben die Vorläufer des modernen Menschen hier. In den weißen Kreidesedimenten fanden Mary und Louis Leakey tausende von Faust- und Wurfkeilen.

Für das ungeübte Auge ist das Skelett eines homo erectus nicht von dem eines homo sapiens zu unterscheiden; das Gleiche, so sagen Paläontologen, würde auch auf seine äußere Gestalt zutreffen, begegnete man ihm an der Fußgängerampel einer Großstadt. Er sprach, sang und träumte ebenso wie wir.

Eine halbe Million Jahre! Der Zeitraum, der vom Anbeginn der Zivilisation im Fruchtbaren Halbmond bis heute vergangen ist, umfasst gerade mal ein Hundertstel.

Was für ein Zeitgefühl hatten diese Menschen? Was empfanden sie, wenn sie nachts zu den Sternen aufsahen?